Pongauer Sonntagsmusi

Reisebericht: Skihalle Neuss 2011

Getreu dem Motto "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben" starteten wir am Samstag Morgen voller Erwartung unseren Kurztrip zur Jever Schihalle in Neuss. Die erste erfreuliche Bekanntschaft durften wir gleich am Flughafen in Salzburg machen. Dort trafen wir auf die Jungs der Kleinarler Schuhplattler, eine Bekanntschaft, die uns noch sehr viel Unterhaltung bescheren sollte. Die erste Kostprobe der Kleinarler ließ auch nicht lange auf sich warten. Bei einem fassgekühlten Gösser Märzen lauschten wir im Gateway den Klängen der Blockflöten-Virtuosen aus Kleinarl, ein musikalisches Erlebnis der Sonderklasse!

 

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Der anschließende Flug gestaltete sich äußerst angenehm und nach exakt einer Stunde und fünf Minuten setzten wir auf der Landepiste am Flughafen Düsseldorf International auf. Ähnlich kurzweilig verlief auch die Taxifahrt zu unserer Herberge für die nächsten zwei Tage, dem Hotel Park Inn Düsseldorf. Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns noch einmal bei unserem Taxler bedanken, die gefühlten 280km/h und Überholmanöver über drei Spuren machten diese Taxifahrt zu einem wahren Nervenkitzel!

Nachdem sich alle in ihrem Superior-Einzelzimmer kurz frisch gemacht hatten, ging die Reise weiter zum Festgelände an der Jever Schihalle. Dort wurden wir herzlich empfangen von unserem charmanten Koordinator und Versorger Martin Koch.

Am Nachmittag gab es dann die ersten musikalischen Einlagen unsererseits, und auch die Plattler ließen ihr Können aufblitzen, auch wenn das auf dem steinigen Untergrund nicht das leichteste Unterfangen war. Nach der dieser gemütlichen Musizier-Session stand nun das erste Highlight des Tages auf dem Plan, für uns ging es ab auf den Neusser "Gletscher"! In der kurzen Lederhose bzw. im kurzen Dirndl ging es ab auf die Piste in der -4 Grad kalten Halle. Umringt vom Salzburger Bergpanorama staunten wir nicht schlecht bei der ersten Fahrt mit dem 4er-Sessellieft. Auch die Piste zeigte sich in hervorragendem Zustand, nur die Steilheit des "Hanges" ließ ein wenig zu Wünschen übrig. Unser doppelter Musikanten-Schiweltmeister Ulrich zeigte sich in der Jever-Schihalle bereits in einer bestechenden Frühform und machte somit seine Ambitionen auf die Titelverteidigung deutlich. Unbedingt zu erwähnen ist auch der Hallen-Weitsprungrekord, den sich der Kleinarler Plattler Tom sicherte. Mit einem gewaltigen Satz über 15 Meter überflog das Leichtgewicht die knapp 7 Meter lange Sprunganlage und konnte sich so einen Platz in der ewigen Bestenliste sichern, auch wenn die Landung nicht ganz glückte. (Gute Besserung wünschen wir an dieser Stelle!) Nach 45 Minuten Skivergnügen erwartete uns jetzt die Bühne im großen Oktoberfestzelt. Sozusagen als Vorband der Tiroler Berg Casanovas sorgten wir für die echte Salzburger Volksmusik. Bei gefühlten 40 Grad gaben wir zwei Stunden lang unser Können zum Besten. Auch die Kleinarler Plattler sorgten mit ihren Einlagen für Begeisterung, besonders die extra einstudierte Flugeinlage hat es uns angetan!

 

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Anschließend heizten die Tiroler Berg Casanovas dem Zelt richtig ein und für uns ging es in den gemütlichen Teil über. Bei ein paar großen "Weinschorlen" wie unsere deutschen Freunde den Spritzer liebevoll nennen, erholten wir uns von der brütenden Hitze auf der Bühne. Der Spritzer stellte jedoch nicht das einzige Verständigungsproblem mit den Düsseldorfer Eingeborenen dar, auch der einfache Smalltalk stellte sich teilweise als kompliziert heraus. So folgte auf ein freundliches "Habe d'Ehre" nicht selten ein "Danke dir auch".

Nichtsdestotrotz ließen wir es uns nicht nehmen uns beim Oktoberfest unter das deutsche und großteils auch holländische Volk zu mischen. Versorgt wurden wir dabei mit einem 10 Liter Oktoberfestbierfass, gesponsert von unserem Betreuer Martin Koch, wir bedanken uns recht herzlich! Und wo eine Schihalle steht, muss man den Après-Ski auch nicht lange suchen! Im sogenannten Salzburger-Gaudistadl konnten wir uns schon auf die bevorstehende Skisaison einstimmen. So feierten wir Bier um Bier bis in die frühen Morgenstunden...

Beim Frühstück am anschließenden Morgen waren am Buffet durch die Reihen Augenringe tief wie Straßengräben zu erblicken, ein ordentliches Katerfrühstück konnte also nicht schaden. Christof vom Schwalbenschwanz-Duo vertraute dabei auf sein ganz eigenes Rezept, er versuchte mit einer rohen Zwiebel seine Fahne zu eliminieren, mit Erfolg wie sich herausstellte! Um Punkt 10 Uhr waren wir bereits in aller Frische zurück am Festgelände, um den Neusser Almabtrieb musikalisch zu begleiten. Und wenn man in Neuss von einem Almabtrieb spricht, dann meint man das auch so. Es fehlte also an nichts, was zu einem typisch deutschen Abtrieb dazugehört: Kühe, Oldtimer-Traktoren, Greifvogelschau, uvm. ...

Sichtlich gezeichnet von der durchzechten Nacht aber topmotiviert spielten wir wieder auf der Bühne im Festzelt auf, und gaben verstreut über den Tag auch ein paar Stücke in den umliegenden Biergärten zum Besten. Zum Abschluss durften wir uns noch über ein Gastspiel des Starposaunisten Christof Zeller freuen und eine anschließende Abschlussrede, die ihresgleichen sucht!

So packten wir unsere Instrumente nach einem langen und anstrengenden Tag vorerst weg, und lauschten bei einer gemütlichen Weinschorle den Bergcasanovas, die am frühen Sonntagabend noch einmal für Stimmung sorgten.

 

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Und als um 19 Uhr die Pforten des Festzelts geschlossen wurden, fühlten wir uns noch zu gut um schon die Heimreise anzutreten. Die letzten Getränkemarken investierten wir beim letzten möglichen Bestellung in zwei Tableau Weinschorlen, die uns die letzten Stunden noch versüßen sollten. Und so ein gemütliches Beisammensein ist natürlich nur halb so schön, wenn dabei keine Musik ertönt. Also holten wir Klampfe, Posaune und die Ziach kurzerhand wieder aus den Koffern und spielten noch einmal zum Tanz auf, auch der ein oder andere Witz trieb uns dabei Tränen der Freude in die Augen.

Und so klang der Almabtrieb noch bis in den späteren Abendstunden aus, bis uns ein freundlicher Kellner mit diesen Worten verabschiedete: "Bitte haut endlich, wir ertragen diese Musik nicht mehr!" Zurück im Hotel blieben uns noch ganze 4 Stunden Erholung und zum Glück hatte die Hotelbar bereits geschlossen!

Am Montag landeten wir dann müde aber gelaunt in Salzburg. Zum Abschluss kann man nur mehr sagen, dass Neuss absolut eine Reise wert war, und wir uns schon freuen, irgendwann wieder dort zu musizieren!

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